Es ist wahrscheinlich ein wenig unverständlich warum heute jemand überhaupt noch ins Netz geht. Naja, hier ist jetzt jemand der es macht und er wird euch sagen warum das Internet so toll ist, anscheinend. 

Das Internet ist verdammt gut und das ist es wirklich. Das wollt ihr jetzt wahrscheinlich nicht hören, aber es ist wahr. Alle lieben es übers Netz rumzuheulen, und alle lieben es Angst davor zu haben, der Datenklau, die Viren, die Kinderpornographie – Aber so ist es hier doch gar nicht! Kommt schon! Das Netz ist tatsächlich ziemlich super. Alles läuft. 

Geht mal wirklich rein, ich will euch hier haben. Klappt euren Rechner auf, öffnet euren Browser und geht mal auf Google und dann erzählt mir dass ihr nicht direkt fühlt dass hier etwas verdammt Gutes ist. Geht auf AliExpress, kauft euch einen Display und irgendeinen hässlichen Gartenzwerg aus einer chinesischen Fabrik und schaut euch die Preise an - Ihr werdet noch zehn Gartenzwerge mehr holen, weil es so verdammt billig ist. Macht einen Youtube-Channel zu euren Wichteln, startet eine Instagram Story und macht den Spleen eurer Großeltern zur Novelle einer neuen Generation.

Ihr geht gerne raus? Klickt auf zwei Links und ihr seid simultan in den Datenspeichern von Amazon, im Livestream der afghanischen Alpen während ihr im Second Life den Taj Mahal nachbaut und meistbietend weiterverkauft. Geht in die Ödländer von Myspace, trefft euch endlich mal wieder mit Tom und all seinen Gegenkulturen, Emos, Punks und IT-Girls des Milleniums. Wenn ihr die GIF Orgien der Vergangenheit vermisst, findet ihr in den Backups von Geocities genug Hundebilder und Glitzersticker bis euch die Augen bluten. Sie winken euch zu, sie lächeln mit fetten aufgeblasenen Katzenaugen und erinnern euch dass der ganze Kitsch, die ganze Liebe der Welt genau hier gespeichert ist. Sie begrüßen euch in ihren endlosen Schleifen, Loops und Gewackel, weil sie euch hier haben wollen.

Kommt rein! Kommt rein! Teilt euch! Teilt euch mit! Schreibt einen Kommentar, vorbei an den Captchas und Systemchecks die euch versichern: Ja du bist Mensch. Du bist kein Roboter, du bist kein Freak, du findest deine Communities. Weil du lesen kannst was hier steht, weil du diese Rechnung lösen kannst und weißt auf welchen Bildern Verkehrsschilder abgebildet sind.

Sei ehrlich, sag was du denken möchtest. Zeig dass du das magst. Zeig, dass du das liebst. Schreib was dir Angst macht und sammel was dir gut tut. Du stehst auf Selbstverletzung? Dein Fetisch ist das Geräusch von Pappe in 3D? Deine Mutter hat dir immer dieses Lied vorgesungen dass du jetzt endlich wiederfindest, coverst, uploadest und in der Soundcloud zum Remix freigibst? Du kannst gar nicht Singen? Ihr habt Angst vor Fliegen? Jemand sagt euch wie es geht. Wie du es schaffen kannst.

Klickt weiter, pflanzt einen Baum in Nepal, sammelt Reis für Afrika und stimmt ab gegen einen russischen Despoten und das Internet macht etwas das bei euch zuhause keiner macht: Es hört euch zu, es nimmt euch auf, es erinnert sich an dich und macht dir ein neues Angebot, erinnert sich an deinen Geburtstag und kümmert sich verdammt nochmal darum dass du sicher bist, dass es deinem Computer gut geht, dass du weißt was passiert, passieren könnte und sollte. Es ist verdammt gut zu dir. Alles macht Sinn, alles ist verlinkt, getaggt und katalogisiert. Kommt ins Netz, kommt auf meine Seite, ihr könnt bei mir posten. Wenn ihr es nicht mögt, könnt Ihr wieder gehen. Ich lösche eure Daten. Versprochen.  
/home
#4 INTERNET
mit Falk Rößler, 
Komm' heute Nacht ins Internet
Ich warte schon auf dich
Mensch sei ein User, geh Online
Im E-Mail triffst du mich

Der Künstler lebt im Spiegel
Mit dem Echo seines Selbst
Surfen Surfen Surfen
auf der Datenautobahn

sharing violence clamorous silence
leerer firlefanz bunte irrelevanz
check the newsfeed until your eyes bleed abonnierte qual multilingual

all i ever wanted all i ever needed
is stored in my cloud
but the passwords forgotten, access denied, log-in failed, page was not found

futures made of virtual insanity now
always seem to be governed
by this love we have for
useless twistings of our new technology
for now there is no sound
for we all live under ground


Und fehln dir ein paar Megabyte
Du findest sie bei mir
Ob Interface o b Cyberspace
Ich teile gern mit dir

Mit Bits und Bytes, mit Maus und Klick
Da gehen wir auf Tour
Im World Wide Web
Da folgen wir heut' jeder heiflen Spur

Well we know where we're going
But we don't know where we've been
And we know what we're knowing
But we can't say what we've seen
And we're not little children
And we know what we want
And the future is certain
Give us time to work it out

Sogar die grössten Stars
Entdecken sich selbst im Spiegelglas

Er schuf die Person, die er sein wollte
Und wechselte in eine neune Persˆnlichkeit

Sogar die grössten Stars
Verändern sich im Spiegelglas

Mirrors on the ceiling,
The pink champagne on ice
And she said, 'we are all just prisoners here, of our own device
'Relax' said the night man,
'We are programmed to receive.
You can log out any time you like,
But you can never leave!í

We're on a ride to nowhere
Come on inside
Taking that ride to nowhere
We'll take that ride
Maybe you wonder where you are
I don't care
Here is where time is on our side
Take you there, take you there

Hast du etwas Geld für mich
programmier ich eine App für dich
den algorithmus gibt es, den algorithmus gibt es
die bytes gibt es, die bits, die bits und bytes halten die welt
und bauds gab es, von bauds sprach man
die computer gibt es
im center stehen sie in reih und glied, erst A, dann B, dann C
made in china, die computer im center
die diskette gab es, mit ihrem diskettenlaufwerk gab es sie
das dumpfe dröhnen über dem desktop aus dem diskettenlaufwerk gab es
und die digital versatile disc gibt es, dateien, datenbanken
und das digitale zeitalter, die digitale dystopie,
und die dunklen gedanken gibt es
den ega-bildschrim gab es, mit sechzehn farben gab es ihn
und die email gibt es, die edv
den editor, die echtzeit, emoticons
den encoder gibt es und einsen und nullen
den emulator und die enter-taste, die man drücken muss, um in
eine neue zeile zu kommen
die eile gibt es, die eifrige eile
einnehmend
die flatrate gibt es, seit einiger zeit gibt es sie
und das forum und den forumseintrag
mit dem hilfegesuch gibt es,
die festplatte, die firewall
den flachbildschirm und den flachbettscanner
gibt es, wie es den flash player noch gibt
während es die floppy disk gab, aber nicht mehr gibt
im gegensatz zu den faq’s, die es immer noch gibt
wie die freeware, die aber feinde hat
und der fake-account, den es nicht mehr geben soll
oder die fehlermeldung, die es gibt, obwohl es sie nicht
geben darf, weil es den fehler nicht geben darf
in der fehlerfreien welt in der sich kein papier mehr im FAX-Gerät verfängt
das GIF gibt es und wird es immer geben
und graue geräteoberflächen und großbildschirme
die begeisterung gibt es, die grenzen gibt es
das glasfaserkabel gibt es, das die glasfasernetze
spannt, und die gleitkomma-zahl
die gebrochene Zahlen darstellen kann
damit wir noch mehr darstellen können
gebrochenes und ungebrochenes in zahllosen
gigabytes, die es gibt und die größer sind als
gigabits, die es dennoch genauso gibt,
wie es geviert, GSM, GPL und gateway
gibt, die nicht so bekannt sind wie GPS,
das es unleugbar gibt, während es das global village
geben kann oder nicht, je nachdem, wie man die sache sieht,
wobei man nur sehen kann, wenn es eine grafikkarte gibt,
die es glücklicherweise gibt
die gefahren gibt es, die großrechner
ghost and goblins, gadgets, geeks;
den game boy gab es und gibt es noch
aber weniger als die gefahren
in diesem giftigen, weißen, verwitterten gedicht
die hardware gibt es
halbbilder
halbbytes
und die halbtonvorlage
natürlich das handy
und mit sicherheit die hauptplatine
und irgendwie auch stephan hawking
gibt es
oder
gab es
ganz zu schweigen von
http
html
hdmi
hdsl
hdtv
hyperlinks
hypertext
hyperspace
und dem herzlosen hacker,
und dem heftigen hoax
und dem hauptmenü
hashtag handheld
hashtag headset
hashtag hifi
from host-to-host
and from hub-to-hub
ICQ gab es
und gibt es im internet immer noch
und neben dem icon
ohne das im internet nichts interessantes implementiert wird
gibt es in der Informationstechnologie Interfaces wie
IEEE 1394
mit den Normen
IEEE 802
IEEE 802.1
IEEE 802.2
IEEE 802.3
IEEE 802.4
IEEE 802.5
IEEE 802.6
IEEE 802.7
IEEE 802.8
IEEE 802.9
IEEE 802.10
IEEE 802.11
IEEE 802.11b
IEEE 802.11g
IEEE 802.12
IEEE 802.15.3
IEEE 802.16
gewissenhaft, präzise, penibel
bis ins detail
minutiös richtig
das java script gibt es
bald wahrscheinlich schon nicht mehr
so wie auch jamba, joliet, jasc und das joystick
nicht so wie junk mail
und nicht so wie jpeg
die kanäle gibt es
das ladekabel gibt es, oh, und wie es das ladekabel gibt
die maus, die gibt es noch
den nadeldrucker gibt es
so gut wie überhaupt nicht mehr
das odf-format gibt es,
obwohl es keiner so recht gern hat
den page-rank gibt es
und den quellcode
und RAM
und schnittstellen
und tabs und tablets und TANs und tags
und UDP und UHD und UMA und UMS
und VPN
und schließlich die WAVE-Datei gibt es
wobei die wichtigste frage ist
ob es dort wo man wohnt WLAN gibt
XP sollte es eigentlich nicht mehr geben,
gibt es aber noch
das „you“ in den namen von zahllosen plattformen gibt es
und die zugriffsberechtigung gibt es oder es gibt sie nicht
Fotos: Alvaro Rodriguez
Und da sind wir also wieder – mittendrin in einer ausweglosen Situation. Der Kanal, der Kanal. Aber wem will man es übel nehmen?
Oben ein Schild:
Es ist wirklich sehr nützlich.
Noch weiter oben ein Schild:
Es geht nicht.
Rechts davon ein Durchbruch.
Rechts davon ein Loch.
Zwei Köpfe schauen heraus.
Einer nimmt dem anderen etwas übel.
Unter allem.
Zwei Köpfe schauen heraus – neben dem Durchbruch – aus dem Loch.
Einem von beiden ist übel.
Darüber, weit oben, ein Schild: Es geht nicht.
Darunter, ein Schild: Es ist sehr nützlich.
Offenbar und offenkundig ein einfaches Tableau.
Es geht nicht. Oder:
Es ist sehr nützlich.
Das Meer muss steigen.
Zwei Köpfe sind übel.
Ein Schild fällt ins Wasser.
Über allem steht jetzt eins von beidem.
Sich selbst überlassen schließt sich die Szene.
Es ist so weit vorerst alles gesagt.
Es ist an sich alles gesagt gewesen.
Es hatte sich alles schließen lassen.
Von unten das Meer.
Ein Schild fiel herunter.
Das ist jetzt schon eine Weile her.
Ein Blick geht auf. 
Ein Blick geht zu.
Das Wasser steigt.
Ein Schild könnte fallen.
Es wäre das zweite.
Ein Blick geht lieber wieder auf.
Ein Blick geht lieber wieder zu.
Alles sieht nach Ende aus.
Ein Ventil muss offen bleiben.
Ein Ventil muss offen bleiben.
Wir fahren mit einem Schlauchboot. Wir sagen, dass das hier Reste sind. Wir paddeln. Wir tragen phantastische Hüte. Sie sind miteinander verbunden.
Es ging ein Blick auf.
Es ging ein Blick zu.
Alles sah nach Ende aus.
Aber wir fahren mit einem Schlauchboot. Zwei Köpfe sind übel zugerichtet. Wir blicken in einen Durchbruch und sehen von dem hier das Gegenteil.
Jetzt bloß nicht die Fassung verliern, sagen wir. Dann versinkt nur alles in allem.
Wir paddeln mit phantastischen Hüten. Wir sind miteinander verbunden.
Es war ja nur das Gegenteil. Dazwischen ist noch Platz, sagen wir. Wir grinsen gelöst. Wir paddeln heiter.
Wir sind miteinander verbunden.
Im März 1946 spricht der Science Fiction-Autor Murray Leinster zum ersten Mal über eine mögliche Vernetzung von Rechenmaschinen. Ein Hirngespinst.

Am 28. September des Jahres 1958 gelingt es dem Physiker J.C.R. Licklider im Rahmes einer Forschungsgruppe des U.S. Rüstungsliefernaten „Bolt Beranek and Newman“ ein erstes „Time Sharing System“ auf Basis des Macrocomputers „M5“ zu realisieren. Das Projekt stößt bei den Vertretern der Informatik Lobby auf höhnisches Unverständnis. Werner Böhm, Vorsitzender des "Ausschusses für elektronischen Datenaustausch" in Mudau, Baden-Württemberg, beschreibt das Konzept als lächerlich.

Im heißen Sommer des Jahres 1964 gelingt es der amerikanischen "Advanced Research Project Agency of War", ein erstes, auf lediglich vier Knoten basierendes Netzwerk, das ARPANET, umzusetzen. Dieses "Advanced Rocket Providing Assembly-Netz", wie es der leitende Entwickler Prof. Rudger Sandy liebevoll tauf, gilt heute als die Keimzelle des Internets. Die Speicherleistung beträgt 255 Bytes und die Taktung der Vakuumröhren beläuft sich auf 1,327 HERTZ.
1965 machen sich die Universitäten diese neue Art der Kommunikation zunutze. Der bisher militärische Gedanke weicht der Idee eines freien, weltweit verfügbaren Informationsnetzes. Das Remote Reverse Computing in der Gründerzeit noch die Primärfunktion des ARPANETS weicht dem Austausch von elektronischer Post, sogenannten E-Mails. Die erste dieser "E-Mails" wird von dem amerikanischen Philisophie-Studenten Jensen Blumfeld an seine Mutter geschickt. Die Mail mit Inhalt: "Mum, can you read this? Please call me." erreicht Mutter Blumfeld 8,9 Minuten später im 458 Meilen entfernten Village Lake. Eine Sensation.

In den Folgejahren wächst die Anzahl der angeschlossenen Rechner auf beinahe mehrere Tausend. Das Militär spaltet sich im Januar '81 endgültig ab und verlegt seinen Informationsaustausch auf das MILNET, aus dem wenig später das alarmgesicherte KRYGONET hervorgeht, welches zum heutigen DarkNET mutiert. Das ARPANET wird durch einen Übersetzungsfehler im Code zunächst zum APRANET, dann zum B-PRANET und sodann von der National Science Foundation in N-F-L / T-F-S-S / Dot-Punkt-NET umgetauft und schließt sich dann mit den vielen, kleinen, verstreuten Netzen und der N.A.S.A. zusammen. Seitdem ist es verschollen.

Am 22. April 1986 wählt sich die erste Privatperson mit Hilfe eines Telefonakkustikkopplers in das Netz ein. Harold Smith, ein 59-jährige, arbeitsloser Bestatter aus San Fernando, hatte sich mit Hilfe seiner Lebenspartnerin eines Computers (Anführungsszeichen-Geste) "habhaft" gemacht. "Ich habe es allen gezeigt. Ich bin nicht wie ihr. Ich bin frei." wird er später zitiert. Heute lebt er unter falschem Namen als Perlentauchen an der bolivianischen Atlantikküste.
Immer mehr Privathaushalte schließen sich dem Internet an. Das ist die Geburtsstunde des WWW. Des World Wide West. Dem Internet, wie wir es kennen. Es braucht nun lediglich ein Programm, das die Hypertext-Sprache dieses WWW‘s für den Nutzer in lesbaren Text oder Grafiken umwandelt. Und es ist kein geringerer als Norman Gates, der diesen allerersten West-Browser ganz allein und nur unter Zuhilfenahme eines Rechenschiebers in seiner berühmten Garage zusammen fummelt. 
Wir schreiben das Jahr 1989. Am 23. Mai bringt die Firma IB-N mit ihrem PC-10 einen ersten, für Privathaushalte erschwinglichen, Personal-Rechner heraus. Ein Paukenschlag. Die Zahl der Nutzer wächst exponentiell und damit auch das Bedürfnis nach Kühlerlüftern. Wolkenkratzer werden geräumt, um die schwerfällige Servertechnik unterzubringen. Immer mehr Knotenpunkte entstehen um den zunehmenden Datenhunger der Netz-Nutzer zu befriedigen. Immer neue Plattformen kommen auf den Markt. Firmen wie Apple, Atari, Command and Conquer, Compoq oder Vorwerk bringen Rechner-Modelle auf den Markt, die kostengünstiger, leistungsfähiger und irgendwie besser sind. Alle wollen ran ans Netz!

Aber machen wir hier einmal kurz Halt! Dinge die zu schnell wachsen, neigen dazu zu explodieren. Eine Art natürlicher Selektion. Wie bei den Dinos. In welcher Welt würden wir heute leben, wenn das Netz, das WWW, das Internet, in den frühen Neunzigern einfach mit einem riesen Knall explodiert wäre? Was wenn die Gesellschaft zu der Erkenntnis gekommen wäre: "Puh, das musste ja knallen, lassen wir besser die Finger davon!"? Wir waren doch vor diesem Wendepunkt damals keine schlechteren Menschen, und unsere Kinder spielten noch im Wald. Bei uns gab es Bücher und alles ... Aber die Blase ist nicht geplatzt. Wir haben sie genährt.

MTV verklagt einen Mitarbeiter, der die Adresse mtv.com für eine eigene Musikplattform nutzt und bekommt Recht. Lotus schafft den Siliziumstandard ab und baut seine hypertrophen Datenbanken aus – da wo man alles speichert. Novell, Nuvell, Norvell, Orvell - irgendwas mit N, macht dieses, na… Network, Newsgroup Ach! Betriebssystem Ja! Und damit bringen sie Dingens dazu MC, MF, NF… Proxy / Router Jetzt weiß ich. MS … DOS. MS DOS. Yahoo schluckt die dann – oder die mit dem roten Logo. Irgendjemand schluckt jedenfalls irgendjemanden. Immer neue Start-Ups werden gegründet. Amazing, Gongle, Zuckerhut. Das, wo man Musik hören muss. Viren schießen wie Pilze aus der Erde. Auf einmal ist alles weg. Der Computer geht gar nicht mehr. Nicht mal mehr an. On. Off. Alles umsonst. Tot. Tot. Tot. Das Handy macht nur noch so "bzzz".

Noch nicht mal mehr SOS kann ich anrufen. Das ging sonst immer. Und das alles wegen der Daten.
Nichts wird mehr gelöscht. Alles immer da. Ja, Ja, immer da. Auf riesigen Festplatten in der Wüste von Nivida. Ich hab‘s gesehen! Die haben uns im Blick. Und wir füttern und füttern die. Mit allem, was wir haben. Immer rein. Wie die Lemminge. Und dann. Und dann? Oh ja. Ja. Ja. Ja. Wir sehnen uns doch alle danach! Ein Feuer. Ein reinigendes. Alles brennt ab. Das Labyrinth der Verlorenen! Der Unordnung! Der Bodenlosigkeit! Der Leere! Alles soll brennen. So geht‘s ja nicht weiter. So geht’s ja nicht weiter. So geht’s ja nicht weiter.
Aber warum rege ich mich auf.
Musik: Nils Weishaupt
In der vierten Ausgabe von “hic@nunc” geht es endlich mal ums “Internet”.
Das Internet ist zeitgenössische Mystik. Man nutzt es bis zur Obsession, misstraut ihm dabei jedoch zutiefst. Nach den Jahren der rückhaltlosen Begeisterung setzt zunehmend Skepsis gegenüber der undurchsichtigen Struktur und den mächtigen Institutionen des Netzes ein. Was haben wir uns da nur eingebrockt? Gemeinsam mit dem Schauspieler und Hörspielautor Milan Pešl sowie dem Techniker und Regisseur Jost von Harleßem rückt Falk Rößler diesmal den dystopischen Szenarien gegenwärtiger Kommunikationstechnologie auf den Leib.
Jost von Harleßem
Meer.
Ganz plötzlich.
Milan Pešl,

24./25.04.2018
Theaterdiscounter Berlin